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SPIEGEL ONLINE 10.11.2009 Forscher züchten Penis-Schwellkörper im Labor
Das Prinzip: Die Forscher entnahmen gesunden Tieren operativ zunächst Schwellkörper. Daraus wuschen sie mit verschiedenen Chemikalien alle lebendigen Zellen aus. Zurück blieb nur noch ein Stützgerüst aus Bindegewebe. Dieses diente als Matrix für die künstlich gezüchteten Zellen. Nach dem gleichen Prinzip haben Wissenschaftler mit menschlichem Gewebe auch schon Luftröhren, Herzpflaster und bei Ratten funktionstüchtige Herzen "nachgebaut". Auf das Bindegewebe gaben Atala und Kuo-Liang Zellen der glatten Muskulatur und der innersten Schicht der Schwellkörper. Diese Zellen hatten die Forscher zuvor gesunden Kaninchen per Biopsie entnommen und dann in Kulturschalen gezüchtet und vermehrt. Nach einigen Tagen hatten die Zellen die Stützgerüste vollständig besiedelt, und funktionstüchtige Schwellkörper waren nachgewachsen. Diese pflanzten sie dann zwölf Kaninchen ein, deren eigene Schwellkörper sie herausoperiert hatten. Wiederum zwölf andere Kaninchen dienten als Kontrollgruppe: Sie bekamen nur die Stützgerüste eingepflanzt, ohne Zellen. Drei weiteren Kaninchen entfernten die Forscher die Schwellkörper vollständig. Ein, drei und sechs Monate nach der Operation bekamen alle Kaninchen weibliche Gesellschaft in ihren Käfigen. Nach nur einer Minute begannen die Kaninchen mit den künstlichen Schwellkörpern, mit den Weibchen zu kopulieren. Die meisten Kaninchen der Kontrollgruppe hingegen machten keine Anstalten, sich zu paaren. Die Forscher wollten es aber noch genauer wissen: Nach der Paarung untersuchten sie die Scheiden der Weibchen auf Sperma-Reste, um festzustellen, ob es bei den Männchen mit dem Implantat zur Ejakulation gekommen war. Bei acht der zwölf begatteten Weibchen wurden sie fündig. Vier Weibchen wurden sogar schwanger und gebaren gesunden Nachwuchs. Bei den Weibchen, die von den Kaninchen der Kontrollgruppen bestiegen worden waren, fanden die Forscher jedoch keine Spermareste. Atala und Kuo-Liang sind zuversichtlich, dass Männer mit krankheits- oder unfallbedingten Erektionsstörungen zukünftig einmal von ihrer Methode profitieren könnten.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 14. November 2009 um 15:27 Uhr |

